Geschichtlicher Hintergrund der Kirchgemeinde

Die Anfänge der Pfarrei Escholzmatt sind zeitlich nur ungefähr zu eruieren. Erstmals ist 1275 ein Leutpriester, plebanus in Aescholsmat, erwähnt. Die beschränkt ausgeführten archäologischen Grabungen bei der Kirchenrenovation 1983-1985 ergaben, dass die Entstehungszeit der ältesten Steinkirche ins 13. Jahrhundert fallen dürfte. Patron der heutigen Pfarrkirche ist der hl. Jakobus der Ältere.

Als die Reformation im 16. Jahrhundert die Christen in Alt- und Neugläubige, Katholiken und Reformierte, trennte, entschieden die weltlichen Obrigkeiten über die Konfession. Während das benachbarte Bern sowie weitere eidgenössische Stände verfügten, dass die Leute ihrer Untertanengebiete neugläubig werden mussten, blieb Luzern und mit ihm die ganze Innerschweiz dem alten Glauben treu.

Viele Pfarrherren wirkten danach mit mehr oder weniger Geschick in Escholzmatt.
Aus dem 18. und 19. Jahrhundert seien zwei Persönlichkeiten von aussergewöhnlichem Format erwähnt: Franz Josef Stalder (Pfarrer von 1792-1822; Sprachforscher, Begründer des Idiotikons) und Mathias Riedweg (1849-1852). Beide setzten sich neben der Seelsorge besonders für die Schulung der Jugend ein.

Als nach der Französischen Revolution das 19. Jahrhundert neue Strukturen brachte, regelte der Kanton Luzern die Verwaltung des Kirchengutes und schrieb den Pfarreien eine Aufsichtsbehörde (Kirchenrat) vor. Nachdem im südlichen Teil der Mutterpfarrei 1941 eine neue Kirche gebaut und geweiht wurde, entwickelte sich Wiggen zunächst zum Pfarrrektorat und seit 1954 zur selbständigen Pfarrei, die zur Kirchgemeinde Escholzmatt gehört. Das Patrozinium der Marienkirche wird am 8. Dezember gefeiert.

Heute besteht die Kirchgemeinde Escholzmatt aus zwei Pfarreien; der Pfarrei Escholzmatt und der Pfarrei Wiggen. Knapp 2500 Gläubige gehören der Kirchgemeinde an. Geleitet werden die Pfarreien vom Pfarradministrator Plycarp Chibueze Nworie aus Nigeria. Der Kirchenrat zeichnet sich für beide Pfarreien verantwortlich.

Leben in der Pfarrei

Das Pfarreileben wird von vielen ehrenamtlich und professionell Mitarbeitenden geprägt. Unseren Pfarreien ist es ein grosses Anliegen, die drei Säulen der Kirche Verkündigung, Sakramente und Diakonie angemessen zu pflegen. Das religiöse Brauchtum ist in der Bevölkerung nach wie vor gut verankert. Jung und Alt engagiert sich in Vereinen sowie sozialen und kulturellen Organisationen. Einige davon gehören zu wichtigen Kulturträgern unserer Pfarreien. Entsprechend vielfältig ist das Angebot an Veranstaltungen in allen Bereichen des Gemeindelebens.

Infrastruktur

Die Kirchgemeinde verfügt über etliche Sakralbauten. Genannt seien die beiden Kirchen in Escholzmatt und Wiggen, die St. Katharinenkapelle im Dorf, die Schwendelberg-Kapelle, die Kapellen im Lehn und Mühlegaden, sowie verschiedene Wegkapellen. Als Begegnungs- und Versammlungsorte dienen der Pfarrsaal und die alte Kaplanei.

 
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